Mit der Wahl des Zweiten Beigeordneten (Baubürgermeister) kehrt die Stadt zum Aufbau ihrer Verwaltung mit drei Dezernaten zurück. Unabhängig vom – im Zeitpunkt der Abfassung des Artikels noch unsicheren – Ausgang der Wahl, hat die SPD Gemeinderatsfraktion ein klares Anforderungsprofil an den zukünftigen Amtsinhaber.
Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister und dem Ersten Beigeordneten bildet der Zweite Beigeordnete die Spitze der Verwaltung, die außer in Geschäften der laufenden Verwaltung an die Beschlüsse des Gemeinderates gebunden ist. Damit der Gemeinderat die für die politische Steuerung der Stadt notwendigen Beschlüsse sachgerecht fassen kann, braucht es Beschlussvorlagen, deren Vorbereitung in der Zuständigkeit der jeweiligen Dezernenten in Zusammenarbeit mit den nachgeordneten Fachbereichs- und Fachgruppenleitungen liegen. In Remseck hat diese sogenannte Aufbauorganisation in den vergangenen Monaten für viel Wirbel gesorgt und so wird wohl auch in den kommenden Monaten bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Organisationsuntersuchung offen bleiben müssen, wie der Zuschnitt der Geschäftsbereiche künftig aussieht und welche Ressourcen den drei Dezernenten für die Erledigung ihrer Aufgaben zur Verfügung stehen werden. Dass die Stelle des Fachbereichsleiters im Baudezernat nach dem mehrheitlich getroffenen Beschluss des Gemeinderats künftig wegfallen soll, stellt unseres Erachtens eine schwere Belastung für dieses Dezernat dar.
Klar ist aber: Vor dem Baudezernat der Stadt Remseck liegt eine Fülle von Aufgaben, die sich aus Beschlüssen des Gemeinderats und aus dem Aufgabenbereich des Dezernats ergeben. Federführend ist es beim Bau des Rathauses und der Stadthalle sowie für die engagierte Umsetzung des gesamten städtebaulichen Projekts „Neue Mitte“. Darüber hinaus sind die als Beitrag der Stadt zur Interkommunalen Gartenschau 2019 beschlossenen Maßnahmen zeitgerecht umzusetzen. Die Erweiterung des Gewerbegebiets „Rainwiesen II“ gilt es voranzutreiben; auch sind weitere dem Wohnungsbau dienende Baugebiete zu entwickeln. Schließlich steht die Sanierung öffentlicher Gebäude, insbesondere von Schulgebäuden, ebenso an, wie die in den Eigenbetrieben der Stadt angesiedelte kontinuierliche Überwachung und Verbesserung des umfangreichen Versorgungs- und Kanalsystems der Stadt sowie die Erhaltung der Straßen, Wege und Brücken. Dabei ist angesichts der knappen finanziellen Ressourcen der Stadt wirtschaftliches und ressortübergreifendes Denken und Handeln vonnöten.
Neben der sachgerechten Erledigung dieser Aufgaben trägt der Baudezernent außerdem die Verantwortung für die Organisation des Bauhofs der Stadt. Die Fülle der – nicht abschließend aufgeführten – Aufgaben erfordert eine den jeweiligen Aufgabenbereich klar zuordnende und die Fachgruppen sachbezogen strukturierende Organisation des Dezernats. Neben der Erfüllung seiner organisatorischen Aufgaben erwarten wir vom Baudezernenten, dass er seine Leitungsaufgaben wahrnimmt und die Mitarbeiter des Dezernats durch Delegation operativen Geschäfts in die breit gefächerte Aufgabenstruktur einbindet und sie motiviert.
Bestandteil dieser Führungsqualität ist auch die Fähigkeit zur Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Arbeitgeberin Stadt, denn ohne personelle Kontinuität werden die vielfältigen Aufgaben des Dezernats kaum zufriedenstellend erledigt werden können.
Für die SPD Gemeinderatsfraktion
gez. Angelika Feurer
Stadträtin