Nordostring - die Anbindung an die große weite Welt?

Veröffentlicht am 02.05.2016 in Kommunalpolitik

 

 

Der Gemeinderat hat am 19.04.2016 auf einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen der CDU, der Freien Wähler und der FDP im Einvernehmen mit der Verwaltung beschlossen, dass die Stadt Remseck sich für die Höherstufung des im Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommenen Nordostrings in den „Vordringlichen Bedarf“ einsetzt und den Bund bittet, das Land mit dem unverzüglichen Planungsbeginn zu beauftragen. Der Antrag bezog sich, ohne dass dies in dessen Text zum Ausdruck kam, nach der Erläuterung von Stadtrat Waldbauer auf den Bau einer dreispurigen Verbindung von B27/B27a mit der B10/B29. Die SPD-Fraktion hat gegen den Antrag gestimmt, weil bisher keine Untersuchung vorliegt, der entnommen werden könnte, welche Verkehrsbelastung beim Bau einer solchen dreispurigen Verbindung zu erwarten ist. Deshalb lässt sich auch nicht ansatzweise abschätzen, mit welchen Immissionen die in Pattonville und Aldingen wohnenden Bürger zu rechnen haben. Bei dieser Lage sind wir nicht bereit, die Stadt zur Forcierung des Vorhabens aufzufordern. Wir möchten nicht leichtfertig zu einer Situation beitragen, die sich dann möglicherweise so entwickelt, wie man das regelmäßig von Asperg lesen kann.

Wir wissen gern, welchen Belastungen die Bürger ausgesetzt werden sollen. Darüber sind allerdings zwischenzeitlich etwas genauere Vorstellungen möglich. Wie die Stuttgarter Zeitung am 22.04.2016 berichtete hat Staatssekretär Barthle vom CSU-geführten Bundesverkehrsministerium am 20.04. die Katze aus dem Sack gelassen: Er erklärte nicht nur, dass es beim Nordostring um eine Entlastung Stuttgarts geht, sondern fügte hinzu, „dass der Nordostring Teil eines Gesamtausbaus der B 29 nach Augsburg“ sei. Im Klartext: Das Bundesverkehrsministerium will eine vierspurige Verbindung zwischen einer der Augsburger Anschlussstellen der A8 und der Anschlussstelle Stuttgart-Zuffenhausen der A 81 schaffen. Dadurch soll offenbar der zwischen den Räumen Mannheim/Frankfurt und Augsburg/München fließende Verkehr nicht mehr die A8 und das Dreieck Leonberg benutzen, sondern über diese neue vierspurige Verbindung geleitet werden. Auf dem Nordostring soll also nicht nur einen Teil des sich bisher durch Stuttgart bewegenden Verkehrs, sondern auch ein hoher Anteil des bisher die A8/A81 benutzenden Fernverkehrs abgewickelt werden. Daraus dürfte sich auch der neue Nutzen-Kosten-Vergleich erklären. Was dies für einen Teil der Aldinger und Pattonviller Bürgerinnen und Bürger  bedeuten würde, lässt sich derzeit nur befürchten, aber noch nicht zuverlässig beurteilen. Nachdem vor ca. 15 Jahren allerdings bei einem nicht ganz so „groß“ gedachten vierspurigen Nordostring bereits werktäglich rund 70.000 Fahrzeuge prophezeit wurden, liegt man wohl nicht falsch, wenn man bei dem seither nochmals stark gestiegenen Verkehrsaufkommen mit mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Werktag rechnet. Dass wir dies nicht für zumutbar halten, haben wir in der Vergangenheit mehrfach dargelegt. Wir sind davon überzeugt, dass es nicht im Interesse Remsecks liegt, die Verkehrsbelastung bei uns zu erhöhen. Wir werden daher die weitere Entwicklung kritisch begleiten.

 

Heinz Layher

Fraktionsvorsitzender


Wir laden Sie herzlich ein, zu einer öffentlichen Sitzung des Vorstandes am Mittwoch 11. Mai um 19.30 Uhr in die Gaststätte Paradiso in Aldingen.