Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der PodiumsdiskussionUnter dem Titel ‚Gute Arbeit – nur ein Traum?‘ haben die SPD Remseck a.N. und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung am vergangenen Freitag zu einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung ins Jahr 2009 in den Gemeindesaal der Katholischen Kirchengemeinde in Remseck-Aldingen eingeladen.
In ihrer Begrüßung bedankten sich Hermann Tobisch, Vorsitzender der KAB Remseck a.N . und Kurt Goldmann, Vorsitzender des SPD Ortsvereins bei den beiden Initiatorinnen und Moderatorinnen der Veranstaltung, Ev Kurfeß, KAB-Regionalsekretärin Enz-Neckar und bei Angelika Feurer, stv. SPD Vorsitzende und Stadträtin in Remseck.
Vor rund 60 Gästen bewertete Paul Schobel, katholischer Pfarrer und langjähriger Leiter der Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die heutige Arbeitswelt unter sozialethischen Gesichtspunkten. Was ist davon zu halten, dass die Einen in unserer Gesellschaft immer mehr an Arbeit haben, dass indirekte Steuerung und Entgrenzung der Arbeitszeit zunehmen, während die Anderen zu wenig oder keine Arbeit haben, in ungesicherten Zeit- und Leiharbeitsverhältnissen nicht mal ihre Existenz sicher stellen können? Was steckt dahinter, wenn schon die Jungen von der Rente träumen und die psychischen Störungen zunehmen, wenn also Arbeit zum ‚dunklen Fenster‘ wird? Viel zu lange, so die Antwort von Paul Schobel, sei die Arbeit allein als Kostenfaktor und unter der Maxime des Shareholder-Value gesehen und ihre Gestaltung allein den Marktkräften überlassen worden. Gute Arbeit sei aber Voraussetzung für die Teilhabe der Menschen und damit auch für den gesellschaftlichen Erfolg insgesamt. Deshalb müssten sich Unternehmen, Tarifparteien und nicht zuletzt die Politik als Bündnispartner zusammenschließen und die Bedingungen schaffen, dass Gute Arbeit in Betrieben und Verwaltungen Wirklichkeit werden kann.
Auch wenn das Bemühen um eine neue und bessere Qualität von Arbeit ihren Niederschlag in zahlreichen Initiativen, Projekten und Kampagnen findet, dürfte es ein langwieriger Prozess werden, den Unternehmen, Verwaltungen, Gewerkschaften, Kirchen und die Politik miteinander bestreiten müssen um zu echten Veränderungen im Sinne von Guter Arbeit , wie sie seit 2007 im gleichnamigen DGB-Index beschrieben wird, zu kommen, so Paul Schobel.
Prekäre Arbeit, also ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse und Leiharbeit , müsse auf jeden Fall die Ausnahme bleiben und nicht alles was selbstständige Arbeit sei, sei Gute Arbeit‘, sagte der Ludwigsburger IG Metall-Bevollmächtigte Konrad Ott und widersprach damit den Aussagen von Rechtanwalt Thomas Traeger, der als BdS Vorsitzender rund 170 kleinere Unternehmen in Remseck vertritt.
Auf den Leitantrag der baden-württembergischen SPD vom Dezember 2008 zu Guter Arbeit wies der SPD Bundestagskandidat Jan Moenikes aus Ludwigsburg hin. Die Realität in den Betrieben könne zwar nicht durch politische Beschlüsse verändert werden, aber immerhin können damit wichtige und notwendige Impulse geben werden. Auch wenn durch die Maßnahmen des aktuellen Konjunkturpaketes II einiges auf den Weg gebracht worden sei, so müsse aus seiner Sicht gerade bei der Leiharbeit ‚noch einiges korrigiert werden‘.
Dass auch der öffentliche Dienst ‚keine Insel der Glückseligen‘ sei ,darauf wies die ehemalige Gesamtpersonalratsvorsitzende der Landeshauptstadt Stuttgart, Christa Walz hin. So seien bislang die Auswirkungen des demografischen Wandels und die alternden Belegschaften bislang viel zu wenig in konkrete Handlungsprogramme umgesetzt worden. Gerade in so wichtigen Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge wie z.B. bei den Erzieherinnen in Kinderbetreuungseinrichtungen oder auch bei den städtischen Feuerwehrleuten seien konkrete Programme und Investitionen im Arbeits- und Gesundheitsschutz von Nöten.
„Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung führt mit vielfältigen Veranstaltungen wie Aktionen eine Kampagne zur Guten Arbeit durch. Dazu gehört auch der von der KAB der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgeschriebene Wettbewerb zur Prämierung von Menschen und Initiativen, die sich in den Jahren 2007/2008 besonders für Gute Arbeit engagiert haben. Bischof Dr. Gebhard Fürst wird am 13. Juni 2009 in Stuttgart die Preise an die ausgewählten Preisträger verleihen,“ so Ev Kurfeß, KAB-Regionalsekretärin für den KAB-Bezirk Enz-Neckar.
„Der gut besuchte Diskussionsabend verdeutlicht die Notwendigkeit, das Thema Gute Arbeit auch in und für Remseck intensiv weiterzuverfolgen. Ein Thema, das in Zeiten der schwersten wirtschaftlichen Krise in Deutschland seit Jahren, aktueller kaum sein kann,“ kommentierte Angelika Feurer für die SPD Remseck a.N.
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und die SPD werden weiterhin an der Frage dran bleiben , wie sich wie sich Konjunkturprogramme regional auswirken, welche lokalen Bündnisse geschlossen werden können und wie sich Gute Arbeit auch direkt vor Ort gestalten lässt.
Für die SPD Remseck a.N. Angelika Feurer
stv. Ortsvereinsvorsitzende
Für die KAB
gez. Ev Kurfeß
Regionalsekretärin Enz-Neckar
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