SPD Gemeinderatsfraktion und Ortsverein nehmen Stellung zur Diskussion um den Schleichverkehr im Ortsteil Neckargröningen
SPD Gemeinderatsfraktion und Ortsverein nehmen Stellung zur Diskussion um den Schleichverkehr im Ortsteil Neckargröningen
Die Höflichkeit gebietet, kurz und auf den Beitrag der Freien Wähler im Amtsblatt vom 29.07. zu antworten:
Unsere Forderung aus dem Jahr 2003 ist nach wie vor richtig:
Eine deutliche Entlastung der Neckarbrücke und eine Trassenführung, die auf keinen Fall zu nahe an Aldingen und Pattonville liegen darf. Der geplante Andriof-Viadukt ist kei-ne Lösung, denn eine Verbindung von B 10 und B 27 darf derzeit nicht geplant werden.
Der Bau des Andriof-Viadukts wird dazu führen, dass jeden Werktag rund 9.000 Fahrzeuge zusätzlich auf den jetzt bestehenden Straßen durch Remseck fahren werden. Eine nen-nenswerte Entlastung der Neckarbrücke ist nicht zu erwarten. Vielleicht sind verkehrsbe-schränkende Maßnahmen an der Neckarbrücke nach dem Bau des Viadukts zulässig. Es ist aber offensichtlich, dass der auf der Neckarbrücke dann verbotene Verkehr nach Aldingen abgedrängt wird. Dass dies eine Verbesserung der Remsecker Verkehrssituation sein soll, kann ich nicht erkennen.
Fazit: Wir sind nach wie vor offen für den Versuch einer Lösung der Remsecker Verkehrs-probleme. Der Andriof-Viadukt wird diese Probleme aber nicht lösen, sondern verschärfen. Wir denken, dass die Remsecker Bürger bereits jetzt genug Straßenverkehr zu ertragen haben - sie brauchen die zusätzliche Belastung durch den Andriof-Viadukt wirklich nicht. Ist es tatsächlich so verwunderlich, dass wir gegen dieses Projekt sind?
Mit der aktuellen Problematik in Neckargröningen hat dies nichts zu tun. Diese kann nur durch verkehrslenkende und verkehrsbeschränkende Maßnahmen verbessert werden. Wir sind für derartige Maßnahmen. Sie müssen allerdings rechtlich zulässig sein. Ob und in welcher Ausprägung eine Beschränkung zulässig ist, wird derzeit geprüft. Danach kann entschieden werden.
gez. Heinz Layher
Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion
Wohin wenden sich Bürgerinnen und Bürger, wenn sie allmorgendlich und allabendlich gepeinigt werden von Stauüberholrasern und den daraus resultierenden Belastungen und Gefährdungen vor allem für Anwohner und Fußgänger?
Selbstverständlich an die für ihre Belange unmittelbar zuständige Stadtverwaltung - und dies zu Recht.
Dass die Neckargröninger im Rahmen der Bürgerfragestunde des Gemeinderates ‚ihrem Unmut Luft machen’, wie im Amtsblatt vom 5.August zu lesen war, ist nicht nur verständlich, sondern wichtig und richtig.
Denn welche anderen Möglichkeiten als die, von der Verwaltung und dem Gemeinderat gehört zu werden, hätten sie auch sonst?
Dass die selben Bürgerinnen und Bürger der Verwaltung darüber hinaus auch noch ein ganzes Bündel an Veränderungs- und Verbesserungsvorschlägen vorlegen, macht aber auch deutlich, dass es eben um mehr geht als nur darum, dem Unmut Luft zu machen.
Es geht darum, dass die Bürgerinnen und Bürger Verantwortung übernommen haben für ihre Belange und für die ihrer Stadt. Nun gilt es, dass die Stadt Verantwortung übernimmt und zwar eben ein bisschen mehr als nur die unmittelbare Zuständigkeitsverantwortung, wie sie in Behörden üblich ist.
Wenn die Verwaltung nicht leichtfertig das Vertrauen und das Verantwortungsbewusstsein ihrer Bürgerinnen und Bürger verspielen will, dann muss sie jetzt deutlich mehr bringen als solche Aussagen wie ‚wir sind überrrascht ’ ‚wir sind beinahe am Ende unseres Lateins’ und ‚uns sind leider die Hände gebunden’.
Dass die Freien Wähler die Nöte der Neckargröninger nun dazu benutzen wollen um den notleidenden Nord-Ost-Ring und die Neckarquerung argumentativ retten zu wollen ist trickreich, aber eben auch sehr vordergründig. Dass sie aber nicht davor zurück schrecken, die SPD für die Situation in Neckargröningen verantwortlich machen zu wollen, ist einfach nur unfair oder sportlich ausgedrückt: ein klares Foul.
Wir verlassen uns darauf, dass ‚Fair play’ gilt, dass die Spielregeln eingehalten werden und sich auch politische Gegner mit Respekt begegnen statt sich an der Lehre des ehemaligen Fußball-Nationalspielers und Fernsehkommentators Paul Breitner zu orientieren. Dieser hat in seinem Buch ‚Ich will kein Vorbild sein’, offen dazu aufgefordert, den Gegner mit allen Mitteln daran zu hindern ein Tor zu schießen und die Jugendlichen zu lehren foul zu spielen.
Dieses ist nicht unser Ding und hoffentlich auch nicht das, was in Remseck gut geheißen wird.
gez. Angelika Feurer
stv. SPD- Ortsvereinsvorsitzende
Stadträtin