Schließung der Ortsteilbibliotheken

Veröffentlicht am 21.07.2026 in Kommunalpolitik

Wenn eine Stadt sparen muss, sind so manche Gemeinderatssitzungen alles andere als vergnügungssteuerpflichtig, gerade für uns Sozialdemokraten.

 

Die kommende Sitzung wird wieder so eine sein. Es geht um die Schließung der Ortsteilbibliotheken in Aldingen, Hochberg und Hochdorf und damit zunächst um eine Verschlechterung des wohnortnahen Angebots, insbesondere für Kinder.

Trotzdem sind wir uns in der SPD-Fraktion einig, dass dieser Schritt leider notwendig ist. Denn auch Remseck kann auf Dauer nur so viel Geld ausgeben, wie eingenommen wird. So schmerzhaft das ist: Von den notwendigen Einsparungen werden nahezu alle Bereiche der Stadt betroffen sein. Für uns ist dabei entscheidend, dass es gerade im sozialen Bereich keinen Kahlschlag gibt, sondern dort gespart wird, wo die Auswirkungen noch vertretbar sind und aufgefangen werden können.

Als ich vor rund 20 Jahren die Kelterschule in Neckarrems besucht habe, gab es dort noch eine Ortsteilbibliothek, die ich in guter Erinnerung habe. Damals gab es allerdings noch keine Mediathek am Rathaus. Diese hat das Bibliotheksangebot in Remseck auf ein völlig neues Niveau gehoben und bietet heute deutlich mehr Möglichkeiten, als es die einzelnen Ortsteilbibliotheken je konnten.

Natürlich schmerzten die Schließungen. Doch wenn wir die rund 100.000 Euro, die wir hier jährlich einsparen können, nicht einsparen, müssen wir das Geld an anderer Stelle kürzen, und auch dort wird es wehtun.

Wichtig ist uns außerdem: Das Angebot in den Stadtteilen wird nicht vollständig verschwinden. Geplant sind Bücherstandorte in den Ortsteilen sowie die Verteilung von Büchern an Kitas, Schulen, Schulkindbetreuungen und das Haus der Jugend. Wer eine größere Auswahl oder eine persönliche Beratung möchte, erreicht die Mediathek weiterhin mit dem Stadtbus im 20-Minuten-Takt oder mit der Stadtbahn. Anders als bei vielen anderen notwendigen Einsparungen bleibt das eigentliche Angebot damit weitgehend erhalten, lediglich die Standorte verändern sich. Gerade deshalb halten wir diese Einsparung für vertretbar. Geprüft wird derzeit noch das Konzept einer Open Libery. D. h. ein Zugang zu den Büchern, auch wenn keine  Mitarbeiterinnen da sind.

Deshalb werden wir dieser schwierigen, aber aus unserer Sicht verantwortungsvollen Entscheidung zustimmen.

Für die SPD-Fraktion

Colin Sauerzapf