Optimierung der Kita-Plätze in Pattonville
Optimierung der Kita-Plätze in Pattonville
In der vergangenen Gemeinderatssitzung stand ein Thema auf der Tagesordnung, das viele Familien unmittelbar betrifft und bei dem Entscheidungen alles andere als leichtfallen: die Optimierung der Kita-Plätze in Pattonville und die damit verbundene Schließung der Kita Mitte. Dass eine Kita geschlossen wird, sorgt verständlicherweise für Verunsicherung bei den betroffenen Eltern. Kinder verlieren ihre gewohnte Umgebung, Eltern müssen sich auf Veränderungen einstellen und auch Mitarbeitende sind betroffen. Diese Sorgen nehmen wir ernst und können sie nachvollziehen.
Gleichzeitig stehen wir als Gemeinderat in der Verantwortung, Entscheidungen auf Grundlage der tatsächlichen Entwicklungen und Zahlen zu treffen. Und diese sind eindeutig: In Pattonville ist die Zahl der Kinder seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig sind zum Beginn des Kitajahres 2026/2027 über 100 Ü3-Plätze sowie 42 U3-Plätze unbesetzt. Selbst nach Berücksichtigung bereits angemeldeter Kinder verbleiben erhebliche freie Kapazitäten. Auch die Entwicklung der Kinderzahlen zeigt seit mehreren Jahren deutlich nach unten.
Unter diesen Voraussetzungen wäre es aus unserer Sicht nicht verantwortbar, bestehende Strukturen unverändert aufrechtzuerhalten. Denn leerstehende Plätze, ungenutzte Räume und parallele Strukturen verursachen erhebliche Kosten, ohne dass diese Mittel unmittelbar den Kindern zugutekommen. Gerade in Zeiten angespannter Haushalte müssen wir sorgsam mit öffentlichen Geldern umgehen. Als Gemeinderat haben wir die Verpflichtung, Mittel dort einzusetzen, wo sie sinnvoll wirken und eine gute Betreuung ermöglichen. Geld dauerhaft in Überkapazitäten zu binden, hilft am Ende weder Familien noch der Qualität der Kinderbetreuung.
Wichtig ist dabei: Die Entscheidung bedeutet nicht, Betroffene allein zu lassen. Die Verwaltung hat uns zugesichert, dass bei der Verteilung der Kinder auf andere Einrichtungen die Wünsche der Eltern berücksichtigt werden, etwa hinsichtlich Bezugserzieherinnen und Bezugserziehern, bestehender Freundeskreise oder der Nähe zur Einrichtung. Für die Mitarbeitenden sollen ebenfalls individuelle Lösungen gefunden werden. Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben.
Wir hoffen daher, dass die Entscheidung trotz nachvollziehbarer persönlicher Betroffenheit auch unter gesamtgesellschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden kann. Politik bedeutet, Interessen abzuwägen und manchmal auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Für uns entscheidend ist, dass diese nachvollziehbar, verantwortungsvoll und mit Blick auf das Gemeinwohl getroffen werden.
Für die SPD-Fraktion
Colin Sauerzapf