Evelyne Gebhardt verabschiedet sich

Veröffentlicht am 25.01.2022 in AG 60plus

Das Mandat wird zum 1. Februar zurückgegeben.

Liebe Bürger*innen,
seit 28 Jahren darf ich als Abgeordnete des Europäischen Parlaments die Bürger*innen Europas vertreten. Fast drei Jahrzehnte an dieser Stelle mitgestalten zu dürfen, um Europa fortschrittlicher, sozialer und bürgernäher zu machen, habe ich immer als großes Privileg empfunden. Ohne Ihr Vertrauen und ohne Ihre Unterstützung über solch einen langen Zeitraum wäre dies nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken!
Politische Verantwortung zu übernehmen, bedeutet, diese geordnet an Jüngere abzugeben. Dafür ist nun, in der Mitte der Wahlperiode und zweieinhalb Jahre vor der nächsten Europawahl, der richtige Zeitpunkt. Mein Mandat als Abgeordnete des Europäischen Parlaments werde ich, wie angekündigt, zum 1. Februar 2022 niederlegen.
Liebe Bürger*innen, ich bin stolz, ja, richtig stolz auf das, was wir nach den Wirren und Ungeheuerlichkeiten in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts erreicht haben. In den letzten sieben Jahrzehnte haben wir, bei allen Unzulänglichkeiten, in der Europäischen Union eine Erfolgsgeschichte geschrieben! Frieden, Freiheit, Wohlstand, Sicherheit sind Errungenschaften der europäischen Einigung, um die uns die Menschen in vielen Teilen der Welt beneiden. Die Krisen der letzten Jahre sind Herausforderung und Auftrag, die Errungenschaften Europas nicht nur zu bewahren, sondern die Einigung entschlossen voranzutreiben. Denn nur gemeinsam sind wir stark! Dafür werde ich mich auch ohne Mandat weiter einsetzen. Lasst uns gemeinsam Europa gestalten.
Ihre

Evelyne Gebhardt

Ein kurzer Rückblick:

Schon früh in meinem Leben durfte ich die Chancen und Vorzüge eines friedlichen Europas erleben. Als gebürtige Französin wuchs ich in Paris auf, wo ich Deutsch als erste Fremdsprache gelernt habe. Nach Studienaufenthalten in Tübingen und Stuttgart zog ich 1975 endgültig nach Deutschland und trat im selben Jahr der SPD bei. Besonders beschäftigt haben mich damals zum einen, auch aus eigener Erfahrung, die Schwierigkeiten bei der gegenseitigen Anerkennung von Bildungsabschlüssen. Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Gleichstellung. Das damalige Frauenbild war in Deutschland deutlich weniger progressiv als in Frankreich. Um mich noch aktiver für diese Belange einzusetzen, habe ich im Jahr 1982 die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Hohenlohekreis mitgegründet. Doch auf Dauer wollte ich meine tiefen Überzeugungen für ein soziales, geeintes und bürgernahes Europa noch weitertragen. Andererseits war mir bewusst, dass die entscheidenden Weichen meiner Schwerpunktthemen, zu denen auch die ethischen Fragen der Biotechnologie gehörten, auf europäischer Ebene gestellt werden. Um hier direkt etwas bewirken zu können, beschloss ich, zur Europawahl am 12. Juni 1994 anzutreten und durfte mich über den Einzug ins Europäische Parlament freuen. Seit seinem Bestehen 2004 bin ich Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments. Von 2004 bis 2017 amtierte ich dort auch als Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion. Nach meiner Wahl ins Parlament war ich Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu Russland, in der letzten Wahlperiode zu Lateinamerika. Seit 2019 bin ich stellvertretende Vorsitzende der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China. Dieser Delegation hatte ich bereits von 1999 bis 2014 angehört. In der zweiten Hälfte der letzten Wahlperiode, von Januar 2017 bis Juli 2019, amtierte ich als
Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Dass mir meine Kolleg*innen dieses Vertrauen schenkten, empfand ich als sehr große Auszeichnung.

 
 

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