Gemeinderat ebnet den Weg zur Gemeinschaftsschule
Gemeinderat ebnet den Weg zur Gemeinschaftsschule
‚Die Stadt Remseck beabsichtigt, bei Vorliegen der pädagogischen und formalen Voraussetzungen Anträge auf Einrichtung einer oder mehrerer Gemeinschaftsschulen für die Aufnahme des Schulbetriebs vom Schuljahr 2013/2014 an zu stellen. Sie fordert die Remsecker Schulen auf, ihre diesbezüglichen Vorstellungen bis 30.04.2012 dem Schulträger vorzulegen’.
Diesem Beschlussantrag der Verwaltung hat der Gemeinderat am vergangenen Dienstag einstimmig (!) grünes Licht gegeben.
Wir freuen uns, dass damit den gemeinsamen Bemühungen von SPD und Grünen in Richtung Gemeinschaftsschule Rechnung getragen wurde. Noch wichtiger ist es uns aber, dass es nun auch in Remseck die Chancen gibt, auf ein längeres gemeinsames Lernen und auf mehr Chancengleichheit der Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Denn: nach wie vor findet soziale Selektion auch und vor allem durch Bildung statt. Und: das Scheitern im Schulsystem ist gleichbedeutend mit dem Verlust von Berufs- und Zukunftsperspektiven.
Dass der obengenannte Gemeinderatsbeschluss unter dem Vorbehalt steht, dass der Landtag das Schulgesetz bis Mitte April 2012 ändert, ist für uns nur ein kleiner Wermutstropfen. Auch dass der Städtetag dieser Tage vor einer ‚überstürzten Einführung der Gemeinschaftsschulen’ gewarnt hat und stattdessen so genannte ;Verbundschulen’ auf’s Tapet gebracht hat, macht zwar die inhaltlich-pädagogische Diskussion nicht einfacher, stört uns aber nicht wirklich.
Was in Remseck jetzt konkret ansteht ist eine stufenweise Weiterentwicklung des dreigliedrigen Schulsystems weg von der Ständegesellschaft hin zur kommunalen Bildungsgemeinschaft. Ganz im Sinne der Projektergebnisse der BRÜCKE ist in Remseck nun der Weg frei für ein Miteinander der Schulen, aber auch für ein Miteinander der‚inneren’ und der ‚’äußeren Schulentwicklung, also von pädagogischem Konzept und schulischer Infrastruktur.
Und den oben zitierten Städtetag als kommunalen Spitzenverband möchte man erinnern an seine eigene Aachener Erklärung vom 22./23.November 2007: ‚Den Städten kommt in der kommunalen Bildungslandschaft eine zentrale Rolle bei der Steuerung und Moderation der zielorientierten Zusammenarbeit zu. Als Grundlage für regionale Steuerung und Qualitätssicherung sollte ein umfassendes Bildungsmonitoring als integriertes Berichtswesen von Bildungsverläufen vor Ort gemeinsam von Kommunen und Ländern entwickelt werden.’
(Auch) in Remseck sind wir nun auf einem guten Weg.
Für die SPD Gemeinderatsfraktion Remseck a.N.
gez. Angelika Feurer