Kein Ableger vom Altenheim

Veröffentlicht am 12.08.2007 in Presseecho

Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung
vom 10.08.2007
Wohlfahrtswerk baut nicht auf Kindergartengelände in der Herderstraße

Kornwestheim. Das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg wird kein Seniorenzentrum in der Herderstraße bauen. Auf dem früheren Kindergartengelände werden stattdessen voraussichtlich Wohnhäuser entstehen.

Von Gaby Mayer-Grum

Ein Ableger des Jakob-Sigle-Heims mit betreuten Seniorenwohnungen und zusätzlichen Wohngruppen für Demenzkranke - so hatte der Vorschlag ausgesehen, den das Wohlfahrtswerk im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbs der Stadt Kornwestheim präsentiert hatte. Ein Entwurf, den der Gemeinderat zunächst favorisierte.

Dass sich die Stadt am Bau des Seniorenzentrums finanziell beteiligen sollte, schmeckte den Räten dagegen nicht. "Das Wohlfahrtswerk hat angefragt, ob sich die Stadt vorstellen könnte, eine Art Gemeinschaftsraum zu finanzieren", berichtet Bürgermeister Michael Köpple. Dort hätte das Wohlfahrtswerk eine Begegnungsstätte, offen auch für externe Besucher, einrichten wollen. In nichtöffentlicher Sitzung entschied der Verwaltungs- und Finanzausschuss aber, "von einem städtischen Engagement in einem vom Wohlfahrtswerk geplanten Neubau mit Kleinpflegeeinrichtung und Seniorenwohnungen abzusehen", wie es im Beschluss heißt. Das allein soll aber nicht der Grund gewesen sein, warum an der Herderstraße keine Zweigstelle des Jakob-Sigle-Heims entstehen wird. "Der Aufsichtsrat des Wohlfahrtswerks hat die Pläne nicht gutgeheißen", sagt der Bürgermeister. Dennoch wollten Stadtverwaltung und der Träger des Sigle-Heims weiter im Gespräch bleiben, kündigt Michael Köpple an. "Eine solche Senioreneinrichtung wäre ja grundsätzlich nicht schlecht", findet der Bürgermeister, deshalb seien Wohlfahrtswerk und Stadtverwaltung auch auf der Suche nach einem alternativen Grundstück.

Für das Areal an der Herderstraße ist damit wieder alles offen. Nach der Sommerpause werde der Gemeinderat den Bauträgerwettbewerb entscheiden, kündigt Bürgermeister Michael Köpple an, der davon ausgeht, dass danach schnell ein Kaufvertrag abgeschlossen wird. Im Rennen sind jetzt noch Entwürfe für Mehrfamilien- und Reihenhäuser. Köpple: "Es geht nur noch um eine Wohnbebauung."

Seit dem Wegzug des städtischen Kindergartens im Sommer 2005 aus der Herderstraße steht das Gebäude leer. Vorübergehend war es das Heim der Sozialen Gruppenarbeit der Jugendhilfe Hochdorf. Einen Antrag des türkisch-islamischen Kulturvereins, der seine Moschee von der Sigel- in die Herderstraße verlegen wollte, hatte der Gemeinderat abgelehnt.

Aktualisiert: 10.08.2007, 06:04 Uhr

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