‚Jungs, das wird noch ein hartes Wirtschaftsthema‘

Veröffentlicht am 26.11.2012 in Kommunalpolitik

Betriebliche Kinderbetreuung in Remseck als weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit in unserer Stadt

Die Begeisterung der Verwaltung hielt sich in Grenzen, als die SPD-Fraktion im Rahmen der letztjährigen Haushaltsberatungen mit einem Antrag zur Schaffung einer betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtung in Remseck das Thema auf den Plan brachte. Man(n) habe in der Vergangenheit schon mal einen Anlauf genommen, der dann aber - mangels Interesse der Unternehmen - wieder abgebrochen wurde, erläuterte damals der Erste Bürgermeister Karl-Heinz Balzer.

Auf unsere Bitte hin haben sich der städtische Wirtschaftsförderer Kai Hinderberger und Fachbereichsleiterin Jutta Arndt nochmals dem Projektvorhaben angenommen und haben es am vergangenen Mittwoch beim 4. Remsecker Unternehmerforum zum Thema gemacht.

Im Mittelpunkt der Vorträge der vier fachkompetenten Referentinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verein stand das ganzheitliche Betreuungskonzept in der Kindertagesstätte Kinderbunt Heibronn e.V., einem von der Bertelsmann-Stiftung 2010 ausgezeichneten Projekt der Initiative ‚Unternehmen für die Region‘.
Gemeinsam mit dem Förderverein, der IHK und zahlreichen Firmen sowie der Volksbank verwirklichte der Arbeiter-Samariter-Bund als Träger und Bauherr ein Konzept, das sich ganz nach den Bedürfnissen von Familien und Unternehmen richtet, berichtete die Geschäftsführende Gesellschafterin der Hirschmann Laborgeräte GmbH & Co.KG Frau Kirsten Hirschmann.

Sechzig Plätze werden als Belegplatzmodell für Unternehmen, mit Elternbeiträgen und durch Zuschüsse der Kommune geschaffen. Von Anfang an habe sie dafür geworben, die Bedeutung der betrieblichen Kinderbetreuung und familienfreundlicher Maßnahmen generell auch hinsichtlich der betriebswirtschaftlichen Effekte zu sehen, warb Frau Hirschmann bei den Vertreterinnen und Vertretern der Remsecker Betriebe sowie bei der Stadtverwaltung als deutlich größtem Arbeitgeber in Remseck.
Auch wenn in Deutschlang bislang nur wenig Erkenntnisse über die Effekte familienorientierter Personalpolitik vorliegen, wiesen alle Referentinnen des Abends auf die zu erwartenden Wirkungen hin, wie Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten, Reduktion der Stressbelastung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Senkung von Fehlzeiten und Krankenstand, Erhöhung der Rückkehrquote und Senkung der Abwesenheitsdauer nach Mutterschutz sowie ein verbessertes Unternehmensimage und Marketingeffekte für den Produktabsatz.

Wir hoffen und erwarten, dass sich die jetzt entstandene Initiative für ein überbetriebliches Kinderbetreuungskonzept bald in konkrete Planungsschritte umsetzen lässt.
Denn: den gesetzlichen Anspruch der Eltern auf Kinderbetreuung ab 2013 sehen wir nicht als Bedrohung, sondern als Chance für Eltern, Kinder und nicht zuletzt auch für die Unternehmen und die Stadtverwaltung als Arbeitgeberin bei der Bewältigung des drohenden Fachkräftemangels.

Für die SPD Remseck a.N.
gez. Angelika Feurer
Stadträtin
stv. Ortsvereinsvorsitzende