Schnelle Lösung des Neckargröninger Verkehrsproblems denkbar?
Schnelle Lösung des Neckargröninger Verkehrsproblems denkbar?
In Neckargröningen bilden sich auf der Wasenstraße vermehrt Fahrzeugstaus, die vorwiegend durch Schleichverkehr verursacht werden. Dies ist für die Anwohner eine erhebliche zusätzliche Belastung, der - soweit möglich - durch verkehrsleitende Maßnahmen entgegenzuwirken ist.
Die Freien Wähler haben, wie man dem Amtsblatt vom 15.07. entnehmen konnte, in diesem Zusammenhang offene Ohren für die schnelle Realisierung der Nord-Ost-Umfahrung und empfehlen, sich mit diesem Anliegen auch an uns zu wenden. Dazu sei in Erinnerung gerufen:
1. Das Land plant derzeit die Verbindung der Neckarrems und Öffingen verbinden-den Landesstraße mit der Aldingen und Mühlhausen verbindenden Landesstraße durch den Andriof-Viadukt. Die von den Freien Wählern für möglich gehaltene rasch zu realisierende Nord-Ost-Umfahrung wird zur Zeit von niemandem ge-plant.
2. Dass diese Umfahrung von niemandem geplant wird, kann nicht überraschen. Die Straßenbaulast für die Verbindung zweier Bundesstraßen liegt nämlich beim Bund. Der Bau einer Verbindung der Bundesstraßen 27 und 14 (Nord-Ost-Ring oder Nord-Ost-Umfahrung) ist zwar von der Bundesregierung im Bundesverkehrswegeplan grundsätzlich vorgesehen, aber wegen des hohen ökologischen Risikos mit ei-nem Planungsverbot belegt. Diese Rechtslage kann weder von den Freien Wäh-lern, noch von der Stadt Remseck oder dem Land, sondern nur vom Bund geändert werden. Das sollte eigentlich jedermann einleuchten.
3. Daraus folgt: Die Freien Wähler gaukeln der Bevölkerung etwas vor, wenn sie den Eindruck erwecken, die Nord-Ost-Umfahrung könne in absehbarer Zeit realisiert werden und es liege lediglich an der SPD und den Grünen, wenn dies nicht passiert. Eine Straße, die nicht geplant werden darf, kann auch nicht gebaut werden. Bemerkenswert ist im übrigen, dass in der nun schon Jahre dauernden Diskussion noch niemand ernsthaft behauptet hat, der Bundesverkehrswegeplan gehe zu Un-recht von einem hohen ökologischen Risiko der möglichen Umfahrung aus.
4. Gleichwohl sind wir selbstverständlich bereit, uns konstruktiv an der Diskussion zu beteiligen, wenn der Bund seine Position ändern sollte.
5. Der Bau des Andriof-Viadukts wird Remseck nach den vorliegenden Gutachten pro Werktag eine Zunahme des Verkehrs um rund 9.000 Fahrzeuge bescheren, ohne dass die Verkehrsbelastung in Neckargröningen oder Neckarrems nennenswert ab-nehmen wird. Freie Fahrt sieht anders aus. Der Bau des Andriof-Viadukts wird das Remsecker Verkehrsproblem erheblich verschärfen; deshalb sind wir gegen dieses Projekt. Im Fall seiner Realisierung wird es aber durchaus möglich sein, in Aldingen werktäglich auf mehreren Straßen Verkehrsstaus zu fotografieren.
6. Noch eine allgemeine Bemerkung: Nicht alle Probleme sind durch die Einführung des Gegenteils der Ursache des Problems lösbar. Die Erfahrung zeigt vielmehr, dass vergrößerter Verkehrsraum zu einer Zunahme des Verkehrs führt und manchmal noch weitere Probleme mit sich bringt. So ist es etwa den Erbauern der Theodor-Heuss-Straße und der Konrad-Adenauer-Straße/Hauptstätter Straße nicht gelungen, die Stuttgarter Verkehrsprobleme zu lösen; gelungen ist ihnen aber, die beiden we-sentlichsten Probleme für die Stuttgarter Stadtentwicklung zu schaffen.
Am Ende bleibt vielleicht die Erkenntnis, dass die Teilnahme am motorisierten Indivi-dualverkehr, also auch die sinn- und rücksichtslose Inanspruchnahme der Ne-ckargröninger Wasenstraße, ein menschliches Verhalten ist und die naheliegendste Problemlösung folglich in einer Änderung dieses Verhaltens bestünde.
Heinz Layher
Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion