Die Gleichheit -

Veröffentlicht am 10.10.2007 in Pressemitteilungen

SPD Remseck auf den Spuren des Internationalen Sozialistenkongresses 1907 durch Stuttgart

Nicht Berlin sondern das freiheitlichere Stuttgart war 1907 der Tagungsort für die Erste Internationale Konferenz sozialistischer Frauen und für den Großen Internationalen Sozialistenkongress. Eng verbunden mit diesem Datum ist der Name von Clara Zetkin (1857-1933), die sich zusammen mit Rosa Luxemburg engagiert für die Einführung des allgemeinen Frauenwahlwahlrechtes eingesetzt hatte.

Den hundertsten Jahrestag des Internationalen Sozialistenkongresses in Stuttgart nahm die SPD Remseck zum Anlass um an einer Stadtführung, veranstaltet vom Stuttgarter Versandantiquariat Buch & Plakat, dem Stadtarchiv und den Naturfreunden teilzunehmen.
Von der Liederhalle als dem damaligen Tagungsort ging es teils zu Fuß, teils mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum alten Gewerkschaftshaus und zum früheren Gasthaus Bären am Rande des Bohnenviertels, zum ehemaligen Dietz Verlag und der Buchdruckerei Paul Singer in der Nähe der Paulinenbrücke zum Alten Schützenhaus Heslach und schließlich zum ehemaligen Wohnhaus von Clara Zetkin in Sillenbuch.
Clara Zetkin war seit 1891, als sie aus Paris nach Stuttgart zog, von einer fast unbekannten Kämpferin zu der international bekanntesten Sozialistin geworden. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Maler Friedrich Zundel, wurde die ‚Villa Zundel’, unweit des Waldheims Sillenbuch (Clara-Zetkin Haus) zu einem gastfreundlichen und weltoffenen Treffpunkt und zur Keimzelle der proletarischen Frauenbewegung.

Auch wenn von der historischen Bausubstanz, wie sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses 1907 gesehen haben nur noch wenig erhalten ist, war es für die Genossinnen und Genossen aus Remseck sehr beeindruckend, die heutige Landeshauptstadt durch die historische Brille und auf dem Hintergrund des Zeitgeistes und der politischen Ereignisse Anfang des 20.Jahrhunderts zu sehen.

Zum Abschluss der rund dreistündigen Führung unter Leitung von Monika Lange-Tetzlaff ging es dann ins idyllisch gelegene Waldheim Sillenbuch, dass 1909 von Fritz Westmeyer, dem Vorsitzenden des Sozialdemokratischen Vereins Stuttgart und Redakteur der Schwäbischen Tagwacht gegründet worden war. Die stadtnah liegenden Waldheime waren bei der arbeitenden Bevölkerung sehr beliebt, boten sie doch Erholung, bezahlbare Bewirtung sowie politische und kulturelle Anregung.

Gut, so das Fazit am Ende des interessanten Ausfluges des Ortsvereins, dass Themen, wie Gleichheit und Errungenschaften, wie die Stuttgarter Waldheime auch 2007 noch ihren Wert behalten haben.

Für die SPD Remseck a.N.
gez. Angelika Feurer
stv. Ortsvereinsvorsitzende